Der Credé-Preis der DGPM

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin stiftet den "Credé-Preis" und widmet ihn dem Andenken an Karl Siegmund Franz Credé (1819–1892), einem Bahnbrecher der Geburtsmedizin von Weltgeltung. Mit der Preisverleihung werden besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Perinatalmedizin und ihrer Grenzgebiete gewürdigt, die zu einer wirksamen Verbesserung der medizinischen Betreuung und zum wissenschaftlichen Fortschritt auf diesem Gebiet beigetragen haben. Ausgezeichnet werden besondere wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen oder Arbeitsgruppen. 

 

Credé-Preisträgerinnen und -Preisträger seit 1982

1982 Roland Schwarze, Dresden

1984 Eckhard Koepcke, Rostock

1986 Rolf Kellner, Halle

1987 Dirk Schramm, Jena

1988 Jürgen Heinrich, Stralsund

1989 Karl-Heinz Eichhorn, Jena

1990 Andreas Schulze, Dresden

1995 Rolf Maier, Berlin

1997 Ursula von Mandach, Zürich

2001 Ömer Kilavuz, Berlin

2005 Eva Mildenberger, Berlin

2007 Steffen Kunzmann, Würzburg

2009 Boris Kramer, Maastricht

2011 Angela Kribs, Köln

2013 Waltraud Merz, Bonn

2014 Jörg Reichert, Dresden

2015 Tanja Groten, Jena

Crede-Preis 2014

PSYCHOLOGISCHE UND SOZIALMEDIZINISCHE VERSORGUNG – MODELL „FAMILIENETZ“

Reichert Jörg, Rüdiger Mario, Universitätsklinikum Dresden

Die Versorgung frühgeborener Kinder und deren Familien an einem Perinatalzentrum steht derzeit vor unterschiedlichen Herausforderungen, zu denen u. a. das Einbeziehen der Eltern des Kindes in dessen stationäre Versorgung und die Optimierung der Bedingungen für die neurologische Entwicklung des Kindes zählen. Gerade der letztgenannten Herausforderung kommt eine besondere Bedeutung zu: Neueste medizinische Erkenntnisse belegen, dass die neurologische Entwicklung das Kindes ganz wesentlich davon abhängt, wann und wie Eltern in die Entwicklungsförderung einbezogen werden. An neonatologischen Stationen werden daher entsprechende Beratungs- und Betreuungsangebote benötigt, um die Belastungsbewältigung der Eltern zu unterstützen und ihre Kompetenzen zu stärken.

Mit dem Dresdner Konzept der „Psychologisch-sozialmedizinischen Versorgung“ wurden diese Herausforderungen aufgegriffen und ein wissenschaftlich fundiertes Modell entworfen, das das Einbeziehen der Eltern eines frühgeborenen oder kranken neugeborenen Kindes in seine gesundheitliche Entwicklung und neurologische Förderung von der ersten Stunde an beschreibt. Im Mittelpunkt steht dabei die Tatsache, dass Eltern durch eine professionell gestaltete, genaue Anleitung und adäquate Unterstützung lernen können, die Entwicklung ihres Kindes aktiv und effektiv – quasi wie ein Therapeutikum – mitzugestalten. Für diese Prozesse ist ein eigens dafür zuständiger Bereich erforderlich, der nicht nur unter medizinischen Perspektiven, sondern vor allem unter Beachtung psychologischer, pädagogischer und sozialmedizinischer Aspekte die optimale Versorgung der Familien verantworten muss. Ein solcher Bereich der „Psychologisch-sozialmedizinischen Versorgung“ wurde am Dresdner Perinatalzentrum mit dem „FamilieNetz“ erfolgreich etabliert.

Die im Jahr 2012 im Ligatur Verlag erschienene und jetzt mit dem Credé-Preis prämierte Publikation „Psychologisch-sozialmedizinische Versorgung von Eltern Frühgeborener“ von Jörg Reichert und Mario Rüdiger beschreibt die Anforderungen an diesen neuen Bereich der Versorgung von Familien zu früh bzw. krank geborener Kinder, welcher die Versorgungsqualität verbessert und Elternberatung, Elternschulung und Entlassungsmanagement einschließt.

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